Einpflanzen

Was Sie bei der Pflanzung Ihrer Clematis versäumen, lässt sich später kaum mehr nachholen. Mit den folgenden 10 Tipps zum Clematis pflanzen kann nichts schief gehen und Sie ermöglichen Ihrer Pflanze einen optimalen Start.

 

Boden vorbereiten: Erde mit Kompost, einer Hand voll organischem Dünger und Drainagematerial (Quarzsand, Splitt oder Lavagranulat) vermischen 

Clematis wollen zwar eine regelmäßige Wasserzufuhr, vertragen aber überhaupt keine Staunässe. Deshalb ist es sehr wichtig, schwere Böden gut zu lockern. Am besten mischen Sie die ausgehobene Erde in einem großen Bottich oder einer Schubkarre mit dem Drainagematerial. Geeignet sind hierfür z.B. scharfkantiger Quarzsand, Splitt und Lavagranulat. Je nach Schwere des Bodens kann dieses Lockerungsmaterial ein Drittel bis die Hälfte des gesamten Substrats ausmachen. Insbesondere die Frühjahrsblüher sind sehr wasserscheu. Deshalb sollten Sie hier mit dem Drainagematerial auf keinen Fall sparen. Es ist wichtig, dass Ihre Neuankömmlinge in den ersten beiden Jahren sehr zügig wachsen. Wenn sie nämlich gut eingewachsen sind, sind sie weniger anfällig für die Clematiswelke.  Geben Sie deshalb dem Pflanzsubstrat auch gleich einen halben Eimer gut verrotteten Kompost und eine Hand voll organischen Dünger bei. Der Kompost sorgt für zusätzliche Lockerung des Bodens.

Clematis pflanzen - Bodenverbesserung mit Kompost, Lavagranulat und Sand
Clematis pflanzen – Bodenverbesserung mit Kompost, Lavagranulat und Sand

Pflanzloch doppelt so groß wie Topf ausgraben

Das kann bei steinigen und schweren Böden sehr anstrengend sein. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Aber der Aufwand lohnt sich auf alle Fälle. Eine Pflanze, die in ein enges Pflanzloch gequetscht wird, kann sich nicht gut entwickeln. Sie müssen auch bedenken, dass die meisten Clematis tiefer gepflanzt werden müssen, als sie im Topf stehen. Dazu weiter unten noch etwas mehr. Testen Sie während des Grabens immer wieder, ob das Pflanzloch auch groß genug ist.

Boden des Pflanzlochs zusätzlich lockern und mit Drainagematerial mischen

Wir lockern zusätzlich mit einer Grabegabel den Boden des Pflanzlochs  mindestens weitere 10 cm und mischen die gelockerte Erde mit Drainagematerial. So soll der sogenannte Badewanneneffekt vermieden werden. Dieser tritt bei sehr schweren Böden auf, wenn man das Pflanzloch mit lockerer Erde auffüllt und das Wasser am Boden des Pflanzlochs stehen bleibt, weil die umgebende Erde weniger wasserdurchlässig ist. Das sollten Sie unbedingt vermeiden, weil alle Clematis sehr empfindlich auf Staunässe reagieren.

Clematis pflanzen - Boden des Pflanzlochs mit Drainagematerial mischen
Clematis pflanzen – Boden des Pflanzlochs mit Drainagematerial mischen

 

Clematis für ein paar Minuten in einen Eimer mit Wasser stellen

Bevor Sie die Clematis einsetzen, sollte sichergestellt sein, dass der gesamte Wurzelballen gut durchfeuchtet ist. Halten Sie dazu den gesamten Topf so lange unter Wasser, bis keine Blasen mehr aufsteigen.

Topf auf den Kopf drehen und Pflanze vorsichtig herausholen. Niemals an den Stützstäben ziehen

Sehr wichtig ist, dass Sie die Clematis beim Herausholen aus dem Topf und beim Einpflanzen sehr vorsichtig behandeln. Die Triebe sind sehr empfindlich und dürfen auf keinen Fall verletzt werden. Niemals dürfen Sie die Pflanze an den Stützstäben halten oder herausziehen. Drehen Sie vielmehr den Topf auf den Kopf und halten mit der zweiten Hand den Topfballen fest. Falls sich die Pflanze schlecht löst, schneiden Sie die am Topfende herauswachsenden Wurzeln mit einer Schere ab und kneten den Plastiktopf. Dann löst sich die Pflanze leichter. 

 

Wurzeln lockern

Oftmals sind die Wurzeln der Pflanze im Topf stark verwachsen und am Boden ringförmig eingerollt. Dann sollten Sie sie etwas lockern und zu stark eingerollte Wurzeln mit der Schere abschneiden. So kann die Pflanze besser anwachsen.

Bindematerial nur im unteren Bereich entfernen. Stützstäbe bleiben an der Pflanze

Bevor Sie die Erde wieder aufschütten, sollten Sie das Bindematerial, das sich später im Boden befinden würde, entfernen. So verhindert man, dass die unterirdischen Teile eingeschnürt werden, wenn das Dickenwachstum zunimmt. Im überirdischen Teil werden weder das Bindematerial noch die Stützstäbe entfernt. Es ist besonders wichtig, dass die Clematispflanze im unteren Bereich gut gestützt wird, damit keine Knickstellen und Verletzungen auftreten. An diesen Stellen könnten sonst Krankheitskeime – vor allem die der gefürchteten Clematiswelke – eintreten. Leiten Sie die mitgelieferten Stützstäbe einfach an das von Ihnen angebrachte Rankgitter heran.

Clematis pflanzen - Bindematerial im unterirdischen Bereich entfernen.
Clematis pflanzen – Bindematerial im unterirdischen Bereich entfernen.

 

Pflanze einsetzen: Frühjahrsblüher nur so tief, wie sie im Topf standen. Bei allen anderen sollen ein bis zwei Augenpaare unter die Erde

Die meisten Clematis müssen zur Vorbeugung vor Clematiswelke ein bis zwei Augenpaare tiefer gepflanzt werden, als sie im Topf standen. Im Falle einer Infektion könnte sich die Pflanze aus den Knospen, die unter der Erde sind und nicht von der Welke befallen sind, regenerieren. Bei Frühjahrsblüher und anderen Wildarten, die nicht empfindlich gegenüber der Clematiswelke sind, ist diese Vorsichtsmaßnahme nicht erforderlich.

Erde auffüllen und andrücken, Gießrand formen

Nun wird noch die Erde, die vorher mit dem Drainagematerial vermischt wurde, aufgefüllt. Währenddessen, können Sie auch schon etwas Wasser angießen. Dadurch wird die Erde gut eingeschlämmt und Luftlöcher werden verhindert. Die Erde mit den Fäusten noch festdrücken und einen Gießrand formen. 

Gut wässern. Die Clematis sollte bei der Pflanzung mindestens eine Gießkanne voll Wasser erhalten und auch während einer Anwachszeit von etwa zwei Jahren bei Trockenheit gegossen werden. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie nicht über Blätter und Stängel gießen, sondern stets nur den Boden feucht halten.

Clematis pflanzen - Zum Abschluss das Gießen nicht vergessen.
Clematis pflanzen – Zum Abschluss das Gießen nicht vergessen.