Frances Rivis (Clematis alpina)

Verschiedene Formen von Clematis alpina ‘Frances Rivis’ im Umlauf

Clematisexperten gehen davon aus, dass zwei unterschiedliche Formen der Clematis alpina ‘Frances Rivis’ im Umlauf sind. Sie unterscheiden zwischen einer englischen und einer holländischen Form. Dabei gehen einige dieser Experten davon aus, dass es sich bei der englischen Form um die Sorte ‘Blue Dancer’ handelt. Die Blüten der englischen Form sind etwas länger, öffnen sich nicht so weit und tendieren mehr ins Violette.

Andere Autoren, wie Magnus Johnson, Raymond Evison und F. M. Westphal schreiben, dass ’Frances Rivis’ die gleiche Clematis sei wie ‘Blue Giant’ sei. Es könnte sein, dass diese Autoren die holländische Form beschreiben.

Um das Ganze noch etwas komplizierter zu machen, tauchen auch unterschiedliche Schreibweisen auf wie z.B. ‘Francis Rivis’. 

Herkunft der Clematis alpina ‘Frances Rivis’

Hinsichtlich der Herkunft von Clematis alpina ‘Frances Rivis’ habe ich ebenfalls unterschiedliche Angaben gefunden. Für den Praktiker ist das jedoch nicht von so großem Interesse. Sicher dürfte sein, dass es sich um einen Zufallssämling handelt, der in den 60-ger Jahren des 20. Jahrhunderts gefunden wurde.

Beschreibung der Clematis alpina ‘Frances Rivis’

Nach dem Vergleich vieler Fotos und Beschreibungen, bin ich sicher, dass sich in meinem Garten die holländische Form der Clematis alpina ‘Frances Rivis’ befindet.

Clematis alpina ‘Frances Rivis’ gehört zur Schnittgruppe 1 (kein Rückschnitt) und wird zwischen zwei und drei Meter hoch. Sie blüht im April und Mai. Die Blüten sind fünf bis sieben Zentimetern groß.

Voll erblüht, ist Clematis alpina ‘Frances Rivis’ durch den starken Kontrast zwischen dem Blau der Blütenblätter und dem Weiß im Blüteninneren eine auffällige Erscheinung. Die vier enzianblauen äußeren Blütenblätter, die der Botaniker als Tepalen bezeichnet, umschließen beim Aufblühen das Blüteninnere und öffnen sich anschließend sehr weit, so dass das weiße Blüteninnere gut sichtbar wird. Bei diesen weißen Blättchen im Innern handelt es sich um sog. Staminodien, also um rudimentäre Staubblätter, die ihre Funktion verloren haben und eher wie Blütenblätter aussehen. Wie man an diesem Foto gut erkennen kann, tauchen immer wieder etwas längere Staminodien auf, die an der Basis weiß sind und an den Spitzen in die blaue Farbe der äußeren Blütenblätter übergehen.

Clematis alpina Frances Rivis mit zweifarbigen Staminodien
Clematis alpina Frances Rivis mit zweifarbigen Staminodien

Sehr herzlich möchte ich mich bei Stefan Lipka und Martin Wünsche dafür bedanken,  dass ich die Clematis alpina ‘Frances Rivis’ in ihrem Garten fotografieren durfte.

Literaturliste für diesen Artikel:

Chessire, Charles, Das große Buch der Clematis

Evison, Raymond J, Clématites du 3e millénaire

Howells, John, The Rose and the clematis as good companions

Johnson, Magnus, The Genus Clematis

Travers, André und Willery, Didier, Clématites. Bien les utiliser au jardin

Toomey, Mary, Clematis

Westphal, Friedrich Manfred, Hauptkatalog Clematis

http://www.clematis.hull.ac.uk/new-clemdetail.cfm?dbkey=33

http://www.clematis.hull.ac.uk/new-clemdetail.cfm?dbkey=1862